Raimund Becker-Wurzwallner

Paarberatung und Paartherapie

Paarberatung & Paartherapie

Meine Wirklichkeit und deine Wirklichkeit

Beziehung ist immer das Produkt einer doppelten Beschreibung
(Gregory Bateson)

Wenn zwei Menschen von ihrer Beziehung sprechen, sprechen sie nie über dasselbe – auch wenn es sich für sie so anfühlt. Jeder von uns konstruiert seine eigene Wirklichkeit. Nicht, weil wir uns etwas einbilden, sondern weil wir gar nicht anders können. Was A als einen distanzschaffenden Rückzug erlebt, ist für B vielleicht ein hilfreicher Schutzmechanismus. Was für B eine respektvolle Diskussion war, hat A als lautstarken Angriff erlebt. Zwei Wirklichkeiten. Zwei Beschreibungen. Und genau da beginnt das, was Bateson die „doppelte Beschreibung“ nennt – und was in der Arbeit als systemischer Paarberater immer wieder zum Thema wird.

In der Paarberatung gibt es „die eine Wahrheit“ nicht. Stattdessen sehen wir zwei Wahrheiten, die nebeneinander stehen – beide subjektiv stimmig, aber nicht deckungsgleich. Und genau in dieser Differenz liegt oft der Schmerz. Nicht, weil einer „recht“ und der andere „unrecht“ hätte. Sondern weil wir oft nicht verstehen, wie man zwei Wirklichkeitsräume nebeneinander bestehen lassen kann, ohne dass einer sich unverstanden fühlt.

Konflikte in Beziehungen entstehen sehr oft, weil wir davon ausgehen, dass der andere „sehen müsste, was ich sehe“. Müsste doch klar sein. Ist es aber nicht. Und genau deshalb lohnt sich ein Perspektivwechsel.

In meinen Beratungen geht es nicht darum, wer im Recht ist. Sondern darum, die jeweilige Sichtweise des anderen überhaupt erst mal spürbar zu machen – ohne Bewertung, ohne Schnellurteil. Was braucht A wirklich, wenn er/sie sich zurückzieht? Was meint B, wenn er/sie „nicht darüber reden kann“? Welche unausgesprochenen Bedürfnisse stehen hinter dem Streit über den Abwasch, das Handy am Tisch oder hinter der Frage, ob man noch zusammenpasst?

Ich unterstütze Paare dabei, genau diese Schichten freizulegen. Damit aus dem Nebeneinander zweier Wirklichkeiten ein gemeinsames Drittes entstehen kann: eine neue Verständigung, ein gemeinsames Handlungsfeld, das nicht durch zähneknirschend eingegangene Kompromisse geprägt ist, sondern durch gegenseitiges Verstehen.

Das ist ein Prozess, der Zeit, Energie, Bereitschaft und Ehrlichkeit braucht. Aber es ist ein Weg, der den Aufwand lohnt. Weil Beziehung nicht dann gelingt, wenn alles perfekt läuft – sondern wenn zwei Menschen lernen, die Unterschiedlichkeit ihrer inneren Landkarten als Chance zu begreifen.

Wenn Sie gerade an einem Punkt sind, an dem Ihnen in der Partnerschaft die Worte fehlen – oder an dem Sie nur noch die falschen zu finden scheinen, dann ist das kein Zeichen des Scheiterns. Sondern ein guter Moment, um genauer hinzuschauen. Und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln, die Sie wieder miteinander in Verbindung bringen können. Gerne begleite ich Sie auf diesem Weg.